Zeitz, Jana Friederike
Jana Friederike Zeitz, M.Sc. Geography
(area of specialisation: Urban and Regional Development Management)

Studied Geography with specialisation on Urban and Regional Development at the Department of Geography, Ruhr University Bochum.
Research interests:
- The right to the city
- Social and spatial inequality
- Urban and neighbourhood development planning
- Housing market and allocation strategies
Contact:
Phone: + 49 (0) 231 9051-244
E-Mail: jana.zeitz@ils-research.de
Pressemitteilung – Mehr als nur Fahrspaß: Welche Rolle E-Scooter für die Mobilitätswende spielen können
ILS-TRENDS untersucht die Potenziale von E-Scooterdiensten in Nordrhein-Westfalen
18. Juni 2026
Der eine ärgert sich über querstehende E-Scooter auf dem Gehweg, die andere sieht in ihnen einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende. Die Debatte um E-Scooterdienste in deutschen Städten wird seit ihrer Einführung kontrovers geführt. Wissenschaftler*innen des ILS – Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung in Dortmund haben die Diskussion nun auf eine empirische Grundlage gestellt. Ihre Ergebnisse zur Alltagsmobilität der Nutzenden und das Potenzial der Dienste für eine stärkere Multimodalität sind jetzt als ILS-TRENDS „E-Scooterdienste als neuer Mobilitätsbaustein auf dem Weg zur multimodalen Stadt?“ erschienen.
Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild: Nutzende von E-Scooterdiensten sind besonders häufig multimodal unterwegs. Sie nutzen im Alltag mehr verschiedene Verkehrsmittel als Nicht-Nutzende, greifen deutlich häufiger auf Bus und Bahn zurück und sind seltener mit dem privaten Pkw unterwegs.
Das Team des ILS hat für die Studie eine in den Jahren 2024 und 2025 standardisierte Befragung zur Alltagsmobilität von insgesamt 1.600 Nutzenden und Nicht-Nutzenden von E-Scooterdiensten durchgeführt und ausgewertet. Zudem wurden raum-zeitliche Nutzungsmuster aller Bewegungen von ausgeliehenen E-Scootern im gesamten Jahr 2023 in Düsseldorf analysiert. Dabei wurden insgesamt 3,6 Mio. Fahrten berücksichtigt.
E-Scooterdienste stehen im Verdacht, umweltfreundliche Verkehrsarten wie das Zufußgehen oder den öffentlichen Verkehr zu verdrängen. Ein Befund, den die Wissenschaftler*innen so nicht bestätigen können. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass E-Scooter nicht isoliert betrachtet werden sollten. Die Nutzerinnen und Nutzer ersetzen nicht einfach ein Verkehrsmittel durch ein anderes, sondern organisieren ihre Alltagsmobilität insgesamt multimodaler, das heißt sie sind hochgradig flexibel bei der Verkehrsmittelauswahl. E-Scooterdienste werden dabei häufig als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr wahrgenommen und genutzt und tragen aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer dazu bei, dessen Schwächen auszugleichen. Insofern ist das Aufkommen der E-Scooterdienste mit einer Aufwertung des öffentlichen Verkehrs verbunden“, erklärt ILS-Wissenschaftler Dr. Sören Groth.
Die Auswertung der Bewegungsdaten aus Düsseldorf unterstreicht die enge Verknüpfung von E-Scootern und öffentlichem Verkehr. Fast die Hälfte der Nutzenden setzt E-Scooter als Teil intermodaler Wegeketten ein, häufig auf der sogenannten First oder Last Mile, das heißt auf den ersten oder letzten Kilometern eines Weges, der hauptsächlich mit dem ÖPNV zurückgelegt wird. Zudem zeigen die Analysen, dass E-Scooter insbesondere in städtischen Randlagen die Erreichbarkeit von Haltestellen verbessern und damit zusätzliche Mobilitätsoptionen schaffen können. „Die Frage ist daher weniger, ob E-Scooter Fluch oder Segen sind. Entscheidend ist, wie sie in bestehende Verkehrs- und Mobilitätssysteme integriert werden. Dort, wo sie mit Bus und Bahn verknüpft werden, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung einer multimodalen Mobilität als Alternative zur nicht-nachhaltigen Pkw-Orientierung“, fasst Groth zusammen.
Aus den Ergebnissen leiten die Forschenden konkrete Handlungsempfehlungen für Kommunen und Verkehrsunternehmen ab. Dazu gehören die stärkere Verknüpfung von E-Scooterdiensten mit dem ÖPNV, der Ausbau von Sharing- und Mobil-Stationen sowie perspektivisch eine tarifliche Integration von Sharing-Angeboten in bestehende ÖPNV-Systeme.
Die Studie wurde durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV NRW) gefördert und durch das Zukunftsnetz Mobilität NRW sowie die Connected Mobility Düsseldorf GmbH unterstützt.
Begleitend können die Ergebnisse über eine sogenannte „Living Story Map“ auf der ILS-Website abgerufen werden: Eine interaktive Seite, in der immer wieder neue Ergebnisse rund um das Thema E-Scooterdienste mit Grafiken und interaktiven Anwendungen eingepflegt und präsentiert werden können: https://micromobility.ils-geomonitoring.de/ils-storymap/
ILS-TRENDS 04/26: „E-Scooterdienste als neuer Mobilitätsbaustein auf dem Weg zur multimodalen Stadt?“ von Dr. Sören Groth, Dr. Christian Gerten, Dr. Thomas Klinger, Florian Ahlmeyer, Dr. Janna Albrecht, Dr. Tessio Novack und Lea Schlinghoff ist hier online.
Download
- Die Pressemitteilung als pdf.
Kontakt
Ann-Christin Kleinmanns, Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0231/9051-131
E-Mail: ann-christin.kleinmanns@ils-forschung.de
Job advertisement: Scientifc Director of the ILS
In conjunction with TU Dortmund University, we are looking for a person with a proven academic track record to lead the ILS—Institute for Regional and Urban Development Research. The position is linked to the W3 professorship in “Sustainable Real Estate and Land Development” at TU Dortmund University. We are seeking a leader with internationally recognized research expertise who will shape the strategic development of the ILS and drive the sustainable transformation of cities and regions. The application deadline is July 29, 2026. Further information on the requirements and the application process can be found in the job advertisement.
Pressemitteilung – Mehr als nur Fahrspaß: Welche Rolle E-Scooter für die Mobilitätswende spielen können
Der eine ärgert sich über querstehende E-Scooter auf dem Gehweg, die andere sieht in ihnen einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende. Die Debatte um E-Scooterdienste in deutschen Städten wird seit ihrer Einführung kontrovers geführt. Wissenschaftler*innen des ILS – Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung in Dortmund haben die Diskussion nun auf eine empirische Grundlage gestellt. Ihre Ergebnisse zur Alltagsmobilität der Nutzenden und das Potenzial der Dienste für eine stärkere Multimodalität sind jetzt als ILS-TRENDS „E-Scooterdienste als neuer Mobilitätsbaustein auf dem Weg zur multimodalen Stadt?“ erschienen. Zur Pressemitteilung
STARTUP: Projekttreffen in der Kulturhauptstadt
Vom 8. bis 10. Juni 2026 versammelten sich die Partner des europäischen Forschungsprojekts STARTUP (Sustainable Transitions. Action Research and Training in Urban Perspective) zu einem intensiven Austausch in der Slowakei. Besonders bedeutsam war die Wahl von Trenčín als Tagungsort, da die Stadt im Jahr 2026 die Europäische Kulturhauptstadt ist und somit den idealen Rahmen bietet, um über die transformative Kraft von Kultur und Kreativität in der Stadtentwicklung zu diskutieren. Das Treffen markierte eine wichtige Etappe in der laufenden empirischen Phase, in der die theoretischen Konzepte des Projekts mit den Erfahrungen der befragten Kulturschaffenden und der gelebten Realität vor Ort abgeglichen wurden. Mehr…
Projekttreffen in der Kulturhauptstadt 2026
Impulse aus Bratislava und Trenčín
Vom 8. bis 10. Juni 2026 versammelten sich die Partner des europäischen Forschungsprojekts STARTUP (Sustainable Transitions. Action Research and Training in Urban Perspective) zu einem intensiven Austausch in der Slowakei, wobei das Treffen zwischen der geschäftigen Atmosphäre der Comenius-Universität in Bratislava und dem historischen Ambiente von Trenčín wechselte. Besonders bedeutsam war die Wahl von Trenčín als Tagungsort, da die Stadt im Jahr 2026 die Europäische Kulturhauptstadt ist und somit den idealen Rahmen bietet, um über die transformative Kraft von Kultur und Kreativität in der Stadtentwicklung zu diskutieren. Das von der EU im Rahmen des New European Bauhaus geförderte Projekt STARTUP untersucht in acht europäischen Ländern, wie lokale Kultur- und Kreativorganisationen – die sogenannten Local Cultural Praesidia (LCP) – als Motoren für nachhaltige, ästhetische und inklusive Quartiersentwicklungen fungieren können. Das transdisziplinäre Konsortium vereint dabei 16 Partner aus Wissenschaft und Praxis, darunter Expert*innen aus Architektur, Stadtsoziologie und Kunst, um evidenzbasierte Lösungen für kleinteilige urbane Kontexte zu entwickeln. Das Treffen markierte eine wichtige Etappe in der laufenden empirischen Phase, in der die theoretischen Konzepte des Projekts mit den Erfahrungen der befragten Kulturschaffenden und der gelebten Realität vor Ort abgeglichen wurden.
Der Montag und der Mittwoch standen ganz im Zeichen des Arbeitspakets zur empirischen Fallstudienforschung (WP3), in dem es um das gegenseitige Peer-Review-Verfahren der erarbeiteten Profile der lokalen Kultur- und Kreativorganisationen ging. Die Sitzungen waren geprägt von einer engagierten Ausarbeitung der Gutachterinnen, die im Vorfeld Profile aus den verschiedenen Partnerregionen detailliert analysiert hatten, um Gemeinsamkeiten und Kontraste zwischen den Fallstudien herauszuarbeiten. In kollegialen und erkenntnisreichen Diskussionen tauschten sich die Partner über ihre Ergebnisse aus, wobei insbesondere die Qualität der Datenerhebung und die analytische Relevanz für die weiteren Projektschritte im Fokus standen. Die nächste große Aufgabe ist nun klar definiert: Die bestehende Datenbank der LCP sowie die dazugehörigen Profile müssen mit neu gewonnenen Kategorien qualifiziert werden, um die Tiefe der empirischen Analyse weiter zu schärfen und die Grundlage für die nachfolgenden Arbeitspakete zu festigen. Dieser Prozess der Qualifizierung ist entscheidend, um die Wirksamkeit lokaler Kulturorganisationen nicht nur zu dokumentieren, sondern wissenschaftlich fundiert für eine breitere europäische Stadtentwicklungspolitik nutzbar zu machen.
Ein besonderes Highlight der Reise war der Dienstag, den das Konsortium in der Synagoge von Trenčín verbrachte, die als eines der wichtigsten Denkmäler der Stadt und Veranstaltungsort für das Kulturhauptstadtjahr 2026 fungiert. In diesem atmosphärischen Raum stellten die kreativen Projektpartner ihre beabsichtigten experimentellen Interventionen vor. Das Spektrum der Ansätze war beeindruckend vielfältig: Während das Team aus Strasbourg (Syndicat Potentiel) über das Zusammenspiel von Kunst, kulturellen Rechten und kollektiver Governance in urbanen Milieus referierte, präsentierte ZEMOS98 aus Sevilla ein innovatives Projekt, das Schulbibliotheken als lebendige kulturelle Infrastrukturen und Orte der Begegnung neu denkt. Aus Rom (Piccolo America) kam der inspirierende Beitrag zur Erweiterung einer Studienhalle über dem Kino Troisi, bei der es gilt, die Anforderungen des Denkmalschutzes mit den Bedürfnissen moderner studentischer Nutzung zu vermitteln. Auch die Dortmunder Perspektive war stark vertreten: Die Urbanisten stellten das Konzept der Bunten Insel Dortmund, einen Blumenstrauß an Mitmachangeboten vor, die im Unionviertel durch partizipative Bauworkshops und kreative Interventionen die Eigenverantwortung der Bewohner*innen stärken. Mit frischen Impulsen blicken wir nun auf das nächste Projekttreffen im Oktober, das in Madrid stattfinden wird.

© STARTUP





